Das war wie bei einem Termin in der Pressestelle«, sagt Decker. Titel: »Schnüffler ohne Nase«. Registriere dich jetzt in nur 1 Minute!
Auch das anfängliche Bild, das der Dienst von seiner Quelle »Sommer« hat, trübt sich nach und nach ein. Wolfgang Krach, damals Redakteur beim »Stern«, infiziert sich am War nicht auch im Journalismus die Informationsbeschaffung die Grundlage für beruflichen Erfolg?
In Wahrheit sind die BND-Treffberichte allerdings nur kümmerliche Zeugnisse von Verdacht und Irrtum. Niemand im Kanzleramt will von diesen illegalen Aktionen erfahren haben. Eines aber, etwas Entscheidendes, ist in den neunziger Jahren anders: etwas, das sich wohl nur mit der notorischen Nervosität von Geheimdiensten erklären lässt.
Der Jäger - Foertsch selbst - war zum Gejagten geworden. Im Juli endet Schmidt-Eenbooms Kooperation. Die Geschichte ging um die Welt: »Plutonium zum Verkauf« titelte die »New York Times«, und die »Neue Zürcher Zeitung« schrieb von einem »apokalyptischen Alptraum«. Die vier Vorstände - Leon Klugherz, Marvin Schittko, Denise Seliger, Jacob Dung - haben schon einige Ideen für die Zukunft.
Sie haben zwar eine finanzielle Unterstützung von der Gemeinde bekommen. Und Bessel revanchiert sich mit kleinen »Spenden« an das Institut. Welch guten Zugang der Geheimzirkel zu brisanten Akten hätte, zeige schon ein Foto des SPIEGEL-Chefredakteurs Aust auf dessen Pferdehof bei Hamburg. Schon kurz darauf sitzt Decker im Kanzleramt, und er sitzt nicht allein mit Schmidbauer.
Und hatte man nicht Zugänge, von denen Journalisten profitieren konnten, so wie umgekehrt ein Geheimdienst von ihnen? Dezember treffen sich Dietl und Latsch in Hamburg, es geht wieder um die Plutonium-Akte. Ob für eine harmonische Beziehung, eine Freundschaft oder einfach nur für interessante Gespräche — auf Quoka. Es ist ein Geben und Nehmen - vor allem mit einem, den man schon ganz lange kennt: Wilhelm Dietl.